Langfassung der Einführung zur Diskussion einer
Podiumsdiskussion über die Glaubwürdigkeitskrise der Medien, im Münchner
Gewerkschaftshaus am 19. März, von Albrecht Müller: www.nachdenkseiten.de/?p=25544.
27.03.2015
Vertrauenskrise der Medien
Wo man hinschaut: Kampagnenjournalismus … Wer heute über
viel Geld und/oder publizistische Macht verfügt, kann die politischen
Entscheidungen maßgeblich mitbestimmen, wenn er oder sie sich an Meinungsmache
beteiligt bzw. sie organisiert. Das haben die finanzstarken Gruppen und
Oberschichten gemerkt und sie handeln danach. Zur Durchsetzung ihrer Interessen
planen sie die notwendige Meinungsbildung. Strategisch. Langfristig angelegt … Die
Kritisierten glauben wirklich, dass die Medienordnung Deutschlands und die
Praxis der Medien im Großen und Ganzen in Ordnung seien und den Bedürfnissen
einer lebendigen Demokratie entsprächen.
26.03.2015
Es wird gelogen, verfälscht, verleumdet, stigmatisiert
Weit über 1 Million Opfer durch “Krieg gegen den Terror”. Das
erste Opfer des Krieges ist immer die Wahrheit: Es wird gelogen, verfälscht,
verleumdet, stigmatisiert. Der Gegner wird dämonisiert, die eigenen Taten
dagegen werden als „Verteidigung“ und Heldenhaftigkeit in Szene gesetzt. Eigene
Gräuel und Kriegsverbrechen werden geleugnet und bagatellisiert. Dieses
Allgemeingut der Kriegsgegner belegte nun einmal mehr eine am Freitag
anlässlich des 12. Jahrestages des „Krieges gegen den Terror“ vorgestellte
Studie der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).
Denn diese ergab: Die tatsächliche Zahl an Todesopfern, die der „Krieg gegen
den Terror“ bereits kostete, ist fast 10-mal so wie bisher bekannt … Bilanz
nach 10 Jahren „Krieg gegen den Terror“ … Dabei zeichnet sich deutlich ab, dass
die Entscheidung für einen „Krieg gegen den Terror“ zwischen 2001 und Ende 2014
mindestens 1,3 Million Menschen das Leben gekostet hat.
Interview mit Jens Wagner,
dem Koordinator des Projekts, zum Studienbefund: www.nachdenkseiten.de/?p=25535
Aus dem Interview: „Entweder ist Terrorismus ein Resultat
von Unterdrückung und hauptsächlich sozialen Ursachen – Beispiel Palästina –
oder, und das ist die tiefere Ebene der Analyse, bei der man die Historie und
die von den Massenmedien gern versteckten Tatsachen des Terrorismus betrachten
muss, es handelt sich um ein verdecktes politisches Instrument von
Geheimdiensten und mächtigen Interessensgruppen, in aller Regel Staaten. Die
Liste der Terroranschläge, die diesem Muster entsprechen, ist dabei endlos,
angefangen vom Reichstagsbrand und dem Überfall auf den Sender Gleiwitz, über
den Golf von Tonkin bis hin zu neuesten Entwicklungen … Der ‚Krieg gegen den
Terror‘ hat ja vor allem ja Feldzüge in den ölreichen Regionen legitimiert und
neue geostrategische Realitäten geschaffen, die langfristige Gegner wie etwa
Russland, China und den Iran schwächen. Außerdem spielen wirtschaftliche und
finanzpolitische Interessen wie etwa die Stabilisierung des Dollar durch die
Kontrolle der Erdölwirtschaft eine wichtige Rolle … Den Massenmedien kommt
dabei die unrühmliche Aufgabe zu, die Öffentlichkeit auf die falsche Fährte zu
locken. Das war beim Reichstagsbrand schon so und ist es bei der aktuellen Hetze
gegen Russland nicht minder.“
Die IPPNW-Studie: www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Body_Count_first_international_edition_2015_final.pdf
Ein Land in den Fängen der Kriminalität. „Noch ein solcher
Exodus aus dem Kosovo und der 2008 neu gegründete Staat der Weltgemeinschaft
ist erledigt. In den Tagen und Wochen nach dem Anfang Februar sind geschätzt
60.000 (manche sprechen sogar von 100.000!) Kosovaren aus dem Lande Kosovo in
Bussen herausgekommen … Diese Partei PDK ist die politische Fortsetzung der
Untergrund-Rebellen Gruppe UCK. Der Geheimdienst SHIK kontrolliert diese
Gesellschaft bis hin zu Morden an unliebsamen politischen Gegnern.“
Ein Bericht von Rupert Neudeck: https://gruenhelme.de/?p=3113#more-3113
22.03.2015
Global Zero – Mit Iran verhandeln!
Seit Monaten verhandeln Repräsentanten aus aller Welt über
das Nuklearprogramm Irans. Ihr Ziel: Eine Abmachung zu erreichen, unter der
Iran keine Atomwaffen baut, und die den Mittleren Osten sicherer und stabiler
macht. Sie nähern sich einer Entscheidung, doch selbst an diesem kritischen
Punkt sind einige der Meinung, dass die Repräsentanten aufgeben sollten. Um es
deutlich zu sagen: Die Alternative zu einer Abmachung mit dem Iran könnte Krieg
sein. Aber das hält die Kritiker der Verhandlungen nicht auf – täglich spielen
sie mit der globalen Sicherheitspolitik. So kann es nicht weitergehen. Ein
wichtiger Teil der Bewegung für eine Welt ohne Atomwaffen ist die Befürwortung
der Verhandlungen mit Iran. Ganz einfach geht es darum, dass der Club der
Nuklearstaaten nicht auf zehn Mitglieder anwächst. Negative Rhetorik gibt es
genug und sie könnte Iran vom Verhandlungstisch vertreiben. Das könnte die
Verhandlungsbemühungen um Jahre zurückwerfen und Irans Streben nach der
Atombombe befördern.
Teilt das Bild über eure Webseiten, Emails usw. als Zeichen
eurer Solidarität!
Liz Merrow, Global Zero (Global Zero ist die Bewegung für
eine Welt ohne Atomwaffen).
GLOBAL ZERO | 1436 U Street
NW, Suite 401 | Washington, DC 20009 USA
12.03.2015
"Der Mensch als Ganzes ist zunehmend aufgefordert, sich wie eine Ware auf dem Markt zu verhalten"
Aus einem Interview
mit Hannes Hofbauer (studierte Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der
Universität Wien, arbeitet als Publizist und Verleger), über sein aktuelles
Buch „DIE DIKTATUR DES KAPITALS. Souveränitätsverlust im postdemokratischen
Zeitalter“:
» Wie diese Kapitalisierung aller
gesellschaftlichen Bereiche zu Demokratieabbau führt, kann an vielen Beispielen
ausgeführt werden. Nehmen wir nur die insbesondere seit Anfang der 1990er Jahre
um sich greifenden Investitionsschutzabkommen. Allein Deutschland hat mit über
110 Ländern solche abgeschlossen. Sie sollen verhindern, dass investiertes
Kapital an Wert verliert, wenn politische Eingriffe getätigt werden. Das heißt
zum Beispiel, wenn heute ein deutsches Unternehmen in Rumänien investiert, dann
kann es sicher sein, dass mögliche sozial-, umwelt- oder gar eigentumspolitische
Änderungen, die die Gewinnerwartung des Unternehmens schmälern könnten, vom
Staat, in dem das stattfindet, finanziell kompensiert werden müssen. Im
Klartext: Wenn das rumänische Parlament härtere Umweltauflagen beschließt als
bei Vertragsabschluss des Investments gegeben waren, wendet sich das deutsche
Unternehmen an ein Schiedsgericht und klagt. Und wenn es Recht bekommt, muss
Rumänien zahlen. Diese Schiedsgerichte der Investitionsschutzabkommen sind
dabei allesamt bei der Weltbank angesiedelt und funktionieren nicht nach
nationalen Rechtsgrundsätzen. Das heute überall breit diskutierte
Transatlantische Freihandelsabkommen – „TTIP“ – soll die bereits in Massen
vorhandenen Investitionsschutzabkommen nun auch transatlantisch gültig machen.
Eine demokratische Entscheidung steht dann unter der permanenten Drohung, im
Falle, dass diese negativ für einen Investor ausfällt, das Land sehr teuer zu
kommen. Ein klarer Punktesieg im Match Kapital gegen Demokratie für das
Kapital. Der Mensch als Ganzes ist zunehmend aufgefordert, sich wie eine Ware
auf dem Markt zu verhalten … Solidarität wird heute beispielsweise von den
führenden Vertretern der Weltmacht USA eingefordert, wenn es darum geht,
Markterweiterungen für die Global Player überall auf der Welt militärisch
durchzusetzen … Was weitum als Lobbyismus beschrieben wird, wenn also etwa
große Konzerne oder ganze Branchen beispielsweise in der Europäischen Union
ihre Interessen durchsetzen, hat de facto tiefer liegende Gründe … Es sind
Think Tanks wie der „Council on Foreign Relations“ oder die „Atlantik-Brücke“,
in denen sich das Personal befindet bzw. initialisiert wird, das dann die
politische Umsetzung dort getroffener Entscheidungen durchführt … Die Gesetze,
die unser Zusammenleben bestimmen, werden zwar durch die dafür vorgesehenen
Parlamente gebracht, gemacht werden sie aber andernorts … Volksherrschaft, und
nichts anderes heißt ja Demokratie, ist mehr als in Gefahr, sie existiert
überhaupt nur auf dem Papier. Zusätzlich ist aber inzwischen Souveränitätsverlust
auf allen Ebenen spürbar, von kollektiven sozialen Ebenen und Nationalstaaten
bis zu ganz persönlichen Lebensbereichen. Auch Souveränität wird mehr und mehr
der Profitlogik unterworfen. «
Quelle und das ganze
Interview: www.nachdenkseiten.de/?p=25381
Hannes Hofbauer, „DIE DIKTATUR DES KAPITALS. Souveränitätsverlust im
postdemokratischen Zeitalter“, Promedia Verlag Wien. ISBN 978-3-85371-376-1, 240
Seiten, 17,90 Euro
Aus der
Verlagsankündigung: » Global agierende Kapitalgruppen,
euphemistisch „Märkte“ genannt, treiben Parlamente und Regierungen vor sich
her. Die Wirtschaft steht längst nicht mehr im Dienste des Menschen. Wer diesen
Zustand anprangert, gerät ins politische Abseits. Spätestens seit der
Weltwirtschaftskrise 2008 ist es in immer mehr Ländern nicht mehr der Souverän,
sondern die „Troika“ aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission, die
Regierungen einsetzt. Volksentscheide werden von ihr als unkalkulierbares
Risiko betrachtet. Wer dennoch das Volk politisch mobilisieren will, gilt den
herrschenden Medien – je nach Richtung und Gusto – als links- oder
rechtspopulistisch. Politische Interventionen, die den Wirtschaftsliberalismus
bremsen könnten, finden so gut wie nicht mehr statt. Halb leere Urnen an den
Wahlabenden sind die logische Folge, die ironischerweise von denselben Kräften
als „Politikmüdigkeit“ beklagt wird, die den Kanon der Alternativlosigkeit
anstimmen. Hannes Hofbauer geht in seinem neuen Buch einer Entwicklung nach,
die die Logik der kapitalistischen Akkumulation als einzig zulässige
akzeptiert, nach der sich Gesellschaft zu richten hat. Damit herrscht eine
Diktatur des Kapitals, die von ihren Ideologen als „liberale Demokratie“ oder
als „konstitutioneller Liberalismus“ definiert wird. «
Peter Nowak in "Neues Deutschland" vom 24. Oktober 2014:
"Hofbauer hat ein dramatisches Kapitel Kapitalgeschichte verfasst. Er
liefert allen, die sich gegen das TTIP und andere Freihandelsabkommen
engagieren, eine gute Einführung in die Funktionsweise des Kapitalismus unserer
Tage. Deutlich wird, dass Abkommen wie TTIP Resultat egoistischen
kapitalistischen Verwertungsinteresses sind und nicht, wie oft behauptet, der
Allgemeinheit dienen."
„Ein klein wenig
Diktatur“ als Schmiermittel einer „marktkonformen Demokratie“ wird bereits seit
einigen Jahren von Außenpolitikern, Politikberatern und sog. Sicherheitspolitikern
diskutiert. Nachzulesen hier: www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57833
06.03.2015
Die Demokratie im Visier
Aus einem Interview mit Hermann Ploppa, der in seinem
aktuellen Buch aufdeckt, dass neoliberale
Schockstrategen und US-Lobbygruppen seit Jahrzehnten daran arbeiten,
demokratische Regularien zugunsten der exklusiven Herrschaft einer selbst
ernannten Elite zu überwinden:
» Welches Interesse steht bspw. hinter TTIP? Und von wem
genau geht dieses Interesse aus – und welche Netzwerke und elitären Zirkel
arbeiten daran, demselben jenseits demokratischer Regularien zur Geltung bzw.
Durchsetzung zu verhelfen?
Hermann Ploppa: Ziel dieser elitären Kreise war es schon
immer, ein optimales Investitionsklima zu schaffen. Der Staat soll so weit wie
möglich zurückgefahren werden auf die Funktion, solche günstigen Investitionsbedingungen
zu garantieren … Immer deutlicher wird auch die Tendenz des globalisierten
Kapitalismus zur Zentralisierung: Strukturen an der Peripherie werden durch so
genannte Freihandelsabkommen zerstört, obwohl sie eigentlich optimal
funktionieren. Durch das Freihandelsabkommen NAFTA wurde beispielsweise die
mexikanische Landwirtschaft weitgehend zerschlagen. Die mexikanischen Bauern
arbeiten jetzt als illegale Billiglohnarbeiter in der US-amerikanischen
industriellen Landwirtschaft. Mit dem eingefädelten „Frei“-Handelsabkommen TTIP
droht Europa nun dasselbe Schicksal. Die Kräfteverhältnisse zwischen den
geeinten USA und dem zerstrittenen Europa lassen keinen anderen Schluss zu. Die
USA, die in einer schweren strukturellen Krise stecken, gönnen sich mit TTIP
quasi eine Frischzellenkur … Die Vertreter der neuen transatlantischen
Governance sind mittlerweile so gestärkt, dass sie ganz ungeniert die
Grundelemente einer Demokratie, wie beispielsweise das Gebot der
Öffentlichkeit, missachten und wir gemeinen Bürger nur noch durch gezielte
Indiskretionen einiger Ministerialbeamter mit Gewissen tröpfchenweise erfahren,
was die Meister der Governance mit uns vorhaben … Aber wer wirklich „ganz
hinten“ hinter den Kulissen die Richtlinien der Politik bestimmt, können wir
nicht mit Sicherheit sagen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum
Krysmanski so selten konkrete Namen nennt. Es ist gewiss aber ein
Erkenntnisgewinn, die Strategien der elitären Netzwerke für die Öffentlichkeit
sichtbar gemacht zu haben. Hilfsköche wie Kissinger, Nye, Brzezinski oder
Lippmann sollte man auf jeden Fall kennen. «
Quelle und das ganze Interview: www.nachdenkseiten.de/?p=25285
Hermann Ploppa, Jahrgang 1953, ist Politologe und Publizist.
Sein aktuelles Buch trägt den Titel „Die Macher hinter den Kulissen. Wie
transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern“ und erschien
im nomen-Verlag: http://www.nomen-verlag.de/admin/bilder_nomen/48_Ploppa_Beschreibung_Inhaltsverzeichnis%20und%20Einleitung_fuer_Web.pdf
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02.03.2015
Cyberwar und Kakerlaken-Drohnen
» Armin Wertz liefert die erste
vollständige Chronik aller US-amerikanischen – der geheimen wie der vom
Kongress bewilligten – Operationen in unabhängigen Staaten. Ein unerlässliches
Nachschlagewerk für all jene, die sich mit der Außenpolitik der Vereinigten
Staaten befassen … Seit ihrer Unabhängigkeit 1776 führten die Vereinigten
Staaten zahlreiche Kriege, wobei sie tatsächlich nur fünfmal offiziell den
Krieg erklärten. Unzählige Male intervenierten US-Truppen oder amerikanische
Geheimdienste im Ausland, alleine im 19. Jahrhundert über hundertmal. Die
meisten dieser Unternehmungen dienten dem gebetsmühlenhaft vorgetragenen
„Schutz amerikanischer Interessen und Bürger“. Über zahlreiche Operationen wie
die Ermordung unliebsamer Politiker, die Verminung ausländischer Häfen und
sogar die jahrelange Bombardierung von Staaten wie etwa Laos wurde
Geheimhaltung bewahrt. Diese Lücken füllt Armin Wertz mit seiner Chronik und
nennt auch die kleineren, unbekannteren Interventionen der USA in aller Welt,
die gerne übersehen werden … Der Fall der Berliner Mauer, der Untergang des
Sowjetreiches sowie die wachsende Bedeutung neuer Kommunikationsformen und des
Internets veranlassten die Planer im Pentagon und die Agenten der diversen
Geheimdienste, sich neue Tätigkeitsfelder zu erschließen: die virtuelle
Cyberwelt. „Es ist eine Doktrin, das Pentagon hat Cyberspace formell als neues
Kriegsgebiet anerkannt“, schrieb der stellvertretende US-Verteidigungsminister
William J. Lynn III. im Herbst in einem Essay der Zeitschrift Foreign Affairs.
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Inzwischen arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen im Auftrag der U.S. Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) bereits an der nächsten Generation von Spionagewerkzeugen. Jahrelang bastelten Wissenschaftler an sogenannten Micro-Air-Verhicles (MAVs), fliegenden Robotern von der Größe kleiner Insekten, die ideal für Spionagetätigkeiten waren. Weil die Energieversorgung dabei eine kaum überwindbare Schwierigkeit darstellte, verfielen die Forscher auf eine neue Idee. Zahlreiche Forschungseinrichtungen in den USA sind längst dabei, völlig unverdächtige Spione zu kreieren: lebende Insekten, an denen ein paar winzige Veränderungen vorgenommen werden wie etwa Stimulatoren oder Elektroden, die in ihr Nervensystem eingepflanzt werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es viel einfacher ist, ein Insektenhirn und damit das Flugverhalten zu kontrollieren, als MAVs zu bauen.
Inzwischen arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen im Auftrag der U.S. Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) bereits an der nächsten Generation von Spionagewerkzeugen. Jahrelang bastelten Wissenschaftler an sogenannten Micro-Air-Verhicles (MAVs), fliegenden Robotern von der Größe kleiner Insekten, die ideal für Spionagetätigkeiten waren. Weil die Energieversorgung dabei eine kaum überwindbare Schwierigkeit darstellte, verfielen die Forscher auf eine neue Idee. Zahlreiche Forschungseinrichtungen in den USA sind längst dabei, völlig unverdächtige Spione zu kreieren: lebende Insekten, an denen ein paar winzige Veränderungen vorgenommen werden wie etwa Stimulatoren oder Elektroden, die in ihr Nervensystem eingepflanzt werden. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es viel einfacher ist, ein Insektenhirn und damit das Flugverhalten zu kontrollieren, als MAVs zu bauen.
Darum implantierten Biologen etwa der Texas A&M
University Kakerlaken schon im Entwicklungsstadium Mikrochips ein, die mit dem
Nerven- und Muskelsystem verknüpft wurden. Auch an der Universität von Michigan
und an der Universität von Kalifornien in Berkeley pflanzten Wissenschaftler
Hirschhornkäfern und am MIT Motten erfolgreich derartige
mikroelektromechanische Systeme (MEMs) ein. Im bewegungslosen Zustand ihrer
Entwicklung – z. B. im verpuppten Zustand – lassen sich die Insekten einfacher
operieren und manipulieren. Die ausgewachsenen Insekten verhielten sich auch
mit der eingebauten Hardware völlig normal. So konnten die Forscher den Flug
der Motten steuern.
Die Energieversorgung der eingebauten Chips, so erhoffen es
sich die Wissenschaftler, konnte durch die Umwandlung der Hitze und der
mechanischen Energie, die das Insekt im Flug erzeugt, erreicht werden. Für den
Fall, dass die natürlich erzeugte Energie nicht ausreicht, haben
Wissenschaftler der Cornell Universität einen Radioisotopen-Transmitter
entwickelt, der kybernetische Organismen mit radioaktiver Energie versorgt.
Sobald die Wissenschaftler diese Cyborgs oder Cybugs, wie
sie genannt werden, kontrollieren können, sollen sie zum Einsatz kommen.
Ausgerüstet mit Kameras, Mikrophonen und anderen Sensoren konnten sie dann von
einem Kontrolleur gesteuert werden, ähnlich den unbemannten Drohnen, die Ziele
in Afghanistan, Jemen, Pakistan, Somalia, Mali, Mexiko und anderen Ländern
ausspionieren. «
Auszüge aus dem gerade
erschienen Buch „Die
Weltbeherrscher. Militärische und geheimdienstliche Operationen der USA“
Quelle: www.nachdenkseiten.de/?p=25244
05.02.2015
Krieg um die Köpfe
» Deutschland rüstet nicht nur im Äußeren auf - auch im
Innern vollzieht sich eine Entwicklung gen Militarisierung des Zivilen, des
Denkens, Handelns und der Bildung etwa - eine ideologische Mobilmachung also,
die auf die Erhöhung der Kriegsbereitschaft der Deutschen zielt. Auf dem
Kongress mit dem Titel "Krieg um die Köpfe: Der Diskurs der Verantwortungsübernahme",
der vom 5. bis 8. März in Berlin stattfindet, wollen Psychologinnen und
Psychologen die Einstimmung der Bevölkerung auf die scheinbare Notwendigkeit
und Unausweichlichkeit der Beteiligung an Kriegen analysieren und kritisieren.
Aus einem Interview mit dem Psychologe Klaus-Jürgen Bruder, Freie
Universität Berlin, über die Mechanismen und die Kritik an der ideologischen
Mobilmachung:
Die große Überschrift müsste lauten: "Den Widerspruch
organisieren!" - und zwar überall, vor allem aber dort, wo die eigene
Stimme noch gehört wird. Und hier eben aufzeigen, dass es die Arbeit ist, die
man tagtäglich macht, die als solche selbst den Widerspruch gegen
Militarisierung und Nationalismus in letzter Konsequenz unabdingbar macht. Eben
deshalb machen wir ja auch diese Tagung im Rahmen von Psychologie und als
psychologische. Wir erklären damit, dass es unverzichtbar für die Ausübung des
Berufs des Psychologen ist, Stellung zu nehmen zu diesen die Gesellschaft im
Ganzen bedrohenden Entwicklungen.
Notwendig ist also vor allem "Kritik" - und zwar
die Kritik "aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein entmenschtes Wesen
zu sein gezwungen ist", Kritik aller Zumutungen, Forderungen, aller
Behauptungen, aller Lügen und Schmeicheleien, und das ausgehend von dem, was
man tut, zu tun gezwungen ist als Psychologe: Kritik der Praxis, sofern sie den
Bedürfnissen der Menschen nach Frieden, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit
widerspricht, Kritik der Theorie, die diesen Widerspruch auszuschalten
versucht, Kritik der Ausbildung der Wissenschaftler und der Praktiker,
praktisch Arbeitenden, sofern diese Ausbildung den Widerspruch verleugnet, zu
verleugnen nahelegt. «
Quelle und das ganze Interview: www.heise.de/tp/artikel/44/44035/1.html
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