Aus einem Interview mit Patricia Mary McKenna, ehemalige
EU-Parlamentariern der Grünen aus Irland, heute Präsidentin der Europeans
United for Democracy. Quelle: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/26/eu-will-militaerische-strukturen-gegen-die-buerger-aufbauen
26.06.2015
Die Macht den Bürgern vorenthalten
» Die NATO-Partnerschaft für den Frieden (PfP – Partnership
for Peace) wurde speziell konzipiert, um jene Nationen an Bord zu bringen, die
zurückhaltend waren, der NATO beizutreten. W. Perry und A. Carter, die Köpfe
hinter der PfP, sagen in ihrem Buch „Preventive Peace“: „Das Ziel einer
erneuerten Partnerschaft für den Frieden sollte die Erfahrung sein, der
Partnerschaft so nah wie möglich zu kommen, in der militärischen Praxis und in
der Erfahrung der Mitgliedschaft in der NATO. Die Partnerschaft für den Frieden
kombiniert Übungen und andere militärische Aktivitäten und sollte vom früheren
Fokus auf Friedenssicherung und humanitäre Operation zu wahren Kampfhandlungen
fortschreiten“. PfP ist ein wesentlicher Baustein in der Europäischen
Sicherheits- und Verteidigungsidentität geworden, was die „schnelle Eingreiftruppe“
der EU dies aktuell zeigt … Die Europäische Verteidigung-Agency (EDA), eine
Agentur, die nach zwei Jahrzehnten Lobbyarbeit von Europas militärischer
Industrie etabliert worden ist … macht Gewinne aus Kriegen und
Kriegsvorbereitungen, und zu ihr gehören die einflussreichsten
industriellen Interessen in Europa … Kampfeinheiten wurden bereits eingerichtet.
Jede ist in der Lage, rasch 1.500 Mann aus verschiedenen Mitgliedsstaaten nach
dem Rotationsprinzip bereitzustellen … Insgesamt betrugen die Militärausgaben
in den EU-Ländern 194 Milliarden Euro im Jahr 2010, das ist mehr als im
Jahr 2001 … Der EU und unsere Politiker haben sich zusammengeschlossen, um
sicherzustellen, dass die Macht den Bürgern vorenthalten wird. «
25.06.2015
Die Todesstrafe wird exekutiert - überall
Michelle Obama: „Mein Mann, Barack Obama, hat mehr
muslimische Mädchen getötet als Boko Haram je umgebracht hat“ … Mit dem
Lissabon-Vertrag hat die europäische Union die Todesstrafe unter gewissen
Umständen wieder eingeführt. Nämlich im Fall wenn es in Europa wieder zu gären
beginnt. Im Kleingeschriebenen dieses Vertrages von Lissabon wird für
Aufständische in der EU die Todesstrafe wieder gestattet. Die Todesstrafe ist
erlaubt, wenn es erforderlich ist "einen Aufruhr oder Aufstand rechtmässig
niederzuschlagen" Siehe Amtsblatt der Europäischen Union, C 303/ 1 zu
Artikel 2 Recht auf Leben … Derzeit gibt es rund 1.000 Drohnen-Piloten in der
U.S. Air Force, die dort unter der Bezeichnung "18X" (1) geführt
werden. Das sind moderne Henker … Die Drohnenoperationen werden auch von
Deutschland aus geführt, mit dem stillen Einverständnis der deutschen
christlichen und sozialdemokratischen Regierungskoalition, obwohl die
Bundesrepublik die Todesstrafe längst abgeschafft hat … Auch in Frankreich, in
der Wiege der Menschenrechte, werden aussergerichtliche Tötungen vom Staat
angeordnet, wie der Journalist Vincent Nouzille kürzlich in seinem Buch
dokumentierte … Nouzille dokumentiert in seinem Buch, dass gerade unter dem
„Sozialisten“ François Hollande die geheimen Tötungen stark zugenommen haben.
Heinrich Frei, Architekt in Zürich, geb. 1941, ist in der
Schweiz an verschiedenen friedenspolitischen Initiativen beteiligt. Mitarbeit
bei Swisso Kalmo (www.swisso-kalmo.ch),
eine Organisation, die medizinische Projekte in Somalia unterstützt. Er
schreibt gelegentlich aufklärende Artikel für die NRhZ: www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21681
10.06.2015
Außenpolitik war und ist Kampf um Rohstoffe
Der Historiker Daniele Ganser über den Kampf um Rohstoffe
und Absatzmärkte und Auswege aus der Gewaltspirale: » US-Geostrategen wie
George Friedman vom Think Tank Stratfor haben in diesem Jahr gefordert, dass
diese Taktik, welche schon den Iran stark beschädigte, auch heute wieder
angewandt werden soll: "Die USA können als Imperium nicht andauernd in
Eurasien intervenieren", so Friedman in einem Vortrag in Chicago im
Februar 2015. "Denn die USA sind nicht in der Lage, ganz Eurasien zu
besetzen. In dem Moment, indem wir einen Stiefel auf europäischen Boden setzen,
sind wir aufgrund der demografischen Unterschiede zahlenmäßig total
unterlegen." Daher gehe es darum, in Eurasien zerstrittene Mächte zu
unterstützen und zum Beispiel einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu
treiben um beide zu schwächen. "Auch die Briten haben damals nicht Indien
besetzt, sondern einzelne indische Staaten gegeneinander aufgehetzt",
erklärte Friedman.
Die USA sprechen heute ziemlich offen über diese fast
diabolischen Techniken der Macht, nur hört man davon selten was bei uns im
Fernsehen. Friedman sagte: "Ich empfehle eine Technik, die von Präsident
Ronald Reagan eingesetzt wurde gegen Iran und Irak: Er unterstützte beide
Kriegsparteien! Dann haben sie gegeneinander und nicht gegen uns gekämpft. Das
war zynisch und amoralisch. Aber es funktionierte." … Durch die Ukraine
laufen Gaspipelines, die Europa versorgen. Russland gehört neben Saudi-Arabien
und den USA zu den größten Produzenten von Erdöl und Erdgas. Man muss auch beim
Krieg in der Ukraine nicht lange suchen, bis man den Bezug zu den Rohstoffen
und Wirtschaftskriegen gefunden hat. Außenpolitik war und ist Kampf um
Rohstoffe und Absatzmärkte. Aber in den Medien werden diese Hintergründe nicht
ausgeleuchtet. «
Daniele Ganser (Dr. phil.) ist Schweizer Historiker,
spezialisiert auf Zeitgeschichte seit 1945 und Internationale Politik. Seine Forschungsschwerpunkte
sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, Ressourcenkämpfe
und Wirtschaftspolitik. Er unterrichtet an der Universität St. Gallen (HSG) zur
Geschichte und Zukunft von Energiesystemen und an der Universität Basel im
Nachdiplomstudium Konfliktanalysen zum globalen Kampf ums Erdöl. Er leitet das Swiss Institute for Peace and Energy Research
(SIPER) in Basel.
Quelle und das ganze Interview: www.heise.de/tp/artikel/45/45127/1.html
07.06.2015
Simulative Demokratie
"In Elmau wird nur ein Marionettentheater aufgeführt". Kurze Zitate aus einem SZ-Interview mit Jean Ziegler, der die
Weltproblematik mit zugespitzten Thesen bloßlegt: „Wenn das transatlantische
Handelsabkommen TTIP durchkommt, dann ist es vorbei mit der Demokratie. Es gibt
keinen Grund, warum die Demokratie in Europa, dieser kleinen, Asien
vorgelagerten Insel mit einer unglaublichen Geschichte, dass die Demokratie
hier ewig ist … Jetzt sagt Unicef, dass 11,8 Prozent der Kinder unter zehn
Jahren in Spanien permanent unterernährt sind. In Spanien! Das ist der
Dschungel, und der Dschungel schreitet auf Europa fort … Die G7, das sind
nur die Befehlsempfänger und ihre Befehle bekommen sie von den Konzernen …
Das Problem ist die simulative Demokratie. Die baut eine Kulisse auf, die
zeigen soll: Hier treffen sich die mächtigsten Staaten. Doch die Macht ist bei
den Konzernen … Klar, die reden miteinander. Auch über Veränderung. Aber
nur an der Oberfläche. An den Strukturen verändern die nichts … Trotzdem sehe
ich, dass die Mobilisierung der Öffentlichkeit groß ist. Die Vernetzung ist so
hilfreich für den Aufstand des Gewissens. Die Solidaritätsbewegung wächst
rasend schnell … Die Herrschaftsideologie ist ein absolut homogenes
Konstrukt. Das sind keine Trottel, die das propagieren. Aber sie liegen falsch.
Denn es gibt nur ein Subjekt der Geschichte. Das ist der Mensch. Kollektiv und
individuell. Es gibt keine überdeterminierte neue Ordnung. Der Neoliberalismus
ist nichts als neuer Obskurantismus … Es hat sich viel getan. Es gibt
unglaubliche Fortschritte. Schauen Sie sich die Zivilgesellschaft an: was da
passiert an Bewusstseinsbildung. Früher wurden unsere Positionen von kaum
jemandem vertreten. Gott hat keine anderen Hände als die unseren, hat der
französische Schriftsteller Georges Bernanos gesagt. Wir müssen diese
kannibalische Weltordnung beenden, sonst tut es keiner … Das
anthropologische Zerrbild des Menschen, der seine Ketten mit Freude trägt, ist
falsch. Wir stehen an der Schwelle zum Aufstand. Das kann sehr
schnell gehen.“
Das SZ-Interview mit
Jean Ziegler: www.sueddeutsche.de/politik/globalisierungskritiker-jean-ziegler-in-elmau-wird-nur-ein-marionettentheater-aufgefuehrt-1.2506187
Sein letztes Buch: "Ändere die Welt! Warum wir die
kannibalische Weltordnung stürzen müssen", C. Bertelsmann Verlag, 288 Seiten, ISBN: 978-3-570-10256-5,
€ 19,99
06.06.2015
Aufstand der Zivilgesellschaft
„… die neue
planetarische Zivilgesellschaft besteht aus vielen verschiedenen
sektoriellen Widerstandsfronten gegen die herrschende kannibalische
Weltordnung. Das sind soziale Bewegungen, die plötzlich, geradezu mysteriös
aufgetreten sind. Zum Beispiel die Attac-Bewegung gegen das spekulative
Finanzkapital. Sie wurde vor elf Jahren in der Technischen Universität in
Berlin gegründet. Heute ist Attac eine Macht. Die Greenpeace-Bewegung ebenso
wie die Frauenbewegung. Oder die Via Campesina – 142 Millionen Pächter,
Kleinbauern, Taglöhner von Honduras bis Indonesien, die gegen den Landraub
durch die Konzerne in Afrika und in Südasien kämpfen. Die finden sich einmal im
Jahr zusammen, im Weltsozialforum. Diese Bewegungen gehorchen keiner
Parteilinie, keinem Zentralkomitee, sondern nur dem moralischen Imperativ … Wenn
nämlich der raubtierkapitalistische Dschungel die Oberhand gewinnt, wenn es so
weitergeht mit Willkürherrschaft, unglaublicher Monopolisierung der
Vermögenswerte und dem Massensterben, dann ist diese Weltordnung irgendwann am
Ende. Dann geht die Demokratie kaputt, dann ist die Aufklärung am Ende, dann
wird es auch uns nicht geben, außer vielleicht noch im Museum … das Problem
ist, dass viele von uns an die eigene Ohnmacht glauben. Das haben uns die
Kommunikationsfritzen des Neoliberalismus so eingeredet. Aber das ist ja nicht
überall der Fall. Deutschland ist die lebendigste Demokratie in Europa, die
drittgrößte Wirtschaftsmacht weltweit. Da gibt es keine Ohnmacht. Das
Grundgesetz gibt uns die demokratischen Waffen in die Hand, um die Mechanismen,
die die Welt verwüsten, zu brechen … Es kann alles falsch laufen, die schlimmsten
Sachen können passieren … Was die Menschen aus der Freiheit machen, ist das
Mysterium der Geschichte. Das kann keiner voraussagen … Ich glaube an den
Aufstand des Gewissens.“
Aus einem Interview
von Jakob Augstein, Herausgeber des „Freitag“, mit Jean Ziegler, Schweizer
Soziologe, Publizist und im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der UN
und im Beirat der Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control: www.freitag.de/autoren/der-freitag/ich-glaube-an-den-aufstand-des-gewissens
„Bündnisse werden immer
wichtiger, um politisch Einfluss zu nehmen. Wir sind daher in den
vergangenen Jahren auch verstärkt gemeinsam mit anderen aktiv geworden. Als
Beispiel sei hier die Kampagne »Umfairteilen« genannt oder das Bündnis für eine
sozial gerechte Energiewende. Aktuell arbeiten wir mit vielen Partnern darauf
hin, dass die Basis unserer Gesellschaft nicht durch internationale
Handelsabkommen wie derzeit vor allem durch TTIP untergraben wird. Bündnisse
sind gut und wichtig, um sich Gehör zu verschaffen und vor allem, um sich nicht
gegeneinander ausspielen zu lassen. Wir müssen Zivilgesellschaft stärker als
Partnerschaft zwar unterschiedlicher, im weiten Teilen sich aber
überschneidender Interessen denken. Dieser Verständigungsprozess ist von
ungeheurer Bedeutung, und in ihm steckt großes Potential.“
Aus einem Interview
mit Christian Woltering, Referent für fachpolitische Grundsatzfragen beim
Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband: www.jungewelt.de/2015/06-06/011.php
Spaltertätigkeit,
Verwirrungskommunikation und Demokratieabbau heißen deshalb die kraftvollen
Gegenstrategien der Machtzentralen.
28.05.2015
Fremdenfeindliche Demokraten – Deutschland ist PEGIDA
» Je unsicherer die Rahmenbedingungen der eigenen
Existenz sind oder auch nur erscheinen, desto größer dürfte die Tendenz sein,
sonst unterdrückte, politisch als unkorrekt angesehene Sichtweisen – nicht
zuletzt also „rechte“ – auch zu artikulieren … auch solche, die sich als
liberal oder gar „links“ verstehen, denken zu Teilen aber ganz ähnlich, bewerten
das jedoch nicht als „rechts“ … Falls wir es aber schon grundsätzlich als
„rechts“ bezeichnen wollten, wenn überhaupt fremdenfeindliche Motive vorhanden
sind, wären … die übergroße Mehrheit der Deutschen „rechts“. Dem widerspricht
aber schon, dass sich sowohl in der Gesamtbevölkerung der BRD – da sind es über
90 Prozent – wie auch bei den befragten PEGIDA-Marschierern eine überwiegende
Mehrheit zur Idee der Demokratie bekennt. Ein großer Teil der Deutschen
insgesamt wie auch der PEGIDA-Anhänger sind also anscheinend – und zwar quer
durch die Parteien – „fremdenfeindliche Demokraten“ … Im Unbewussten ist es
überhaupt kein Problem, sich wechselseitig völlig ausschließende Ideen
gleichzeitig zu verfolgen … Erst dann, wenn ich mir beide Komponenten bewusst
mache, kann ich darüber staunen – und mich fragen: Ja, was stimmt denn nun, was
ist denn nun wirklich meine Position? … Ich denke daher, dieses Gemisch aus
Fremdenfeindlichkeit und Demokratiebejahung hat etwas mit der psychischen
Verfassung der meisten Menschen zu tun. Und mit der Tatsache, dass sie ihre
unterschiedlichen Motive nicht tiefgründig reflektieren. Wer tiefgründig über
Fremdenfeindlichkeit nachdenken würde, müsste sie aufgeben: Sie ist einfach zu
dumm. Allerdings wird sie uns ja auch nahegelegt von vielen Politikern und
Medien, die sich offenkundig wünschen, dass die Wut, die die Verhältnisse
hierzulande erzeugen, nach „Außen“ abgelenkt wird, auf die, die nicht oder noch
nicht dazugehören, irgendwie „anders“ sind. Hasserfüllte Fremdenfeindlichkeit
wie überhaupt jede zerstörerische Aggressivität ist also nicht angeboren,
sondern „herbeisozialisiert“ – insbesondere durch die vielfachen Erniedrigungen
einer unterdrückend-autoritären Erziehung und Produktionsweise … Wer so
aufgewachsen ist – und das gilt zumindest in abgeschwächtem Maße eben für die
Mehrzahl von uns –, kam gar nicht umhin, Enttäuschung und Hass in sich
anzustauen. Und wenn er diesen Hass nicht psychotherapeutisch „bearbeitet“,
braucht er schließlich Ventile, Sündenböcke und Feindbilder, um sich zu orientieren
und „Dampf abzulassen“ … Aus meiner Sicht mischt sich also bei PEGIDA – aber
natürlich nicht nur dort – seit Kindheit angestaute Wut, die inzwischen von
unterdrückenden Autoritäten auf „Fremde“ umgeleitet worden ist, mit realer
Existenzunsicherheit sowie nachvollziehbarer Medien- und Politik- bzw. Politikerverdrossenheit
… Und damit ist zumindest dieser Teil von PEGIDA ein Abbild unserer gesamten
Gesellschaft. Entgegen anderslautender Sprüche ist Deutschland, und zwar in
erheblichem Maße, nämlich genau das: PEGIDA. Die Erwachsenen sollten mit
verschiedenen Therapieformen an ihrer eigenen destruktiven Gestörtheit
arbeiten. Und wir alle miteinander sollten dafür sorgen, dass die nächste
Generation erst gar nicht auf die gleiche Weise gestört und destruktiv gemacht
wird, wie das bei uns noch der Fall war und ist … Versucht man, die psychische
Struktur der Menschen zu ändern, leistet die Gesellschaft Widerstand. Versucht
man, die Gesellschaft zu ändern, leisten die Menschen aufgrund ihrer psychischen
Struktur Widerstand. Das zeigt, dass keines von beidem allein verändert werden
kann. «
Ein beeindruckendes
Interview mit Andreas Peglau (Dr. rer. medic.), Dipl.-Psychologe und
Psychoanalytiker: http://www.nachdenkseiten.de/?p=26237
11.05.2015
Jean Zieglers neues Buch
Jean Ziegler, „Ändere die Welt! Warum wir die kannibalische
Weltordnung stürzen müssen“
Verlag: C. Bertelsmann, 288 Seiten, ISBN:
978-3-570-10256-5, € 19,99 € Verlagsankündigung: Die Kriege sind zurück, Hunger und Not gehören auch in Europa wieder zum Alltag, aufklärungsfeindliches Denken gewinnt an Boden. Die Welt verfügt zum ersten Mal in ihrer Geschichte über die Ressourcen, Hunger, Krankheit, Tyrannei auszumerzen; und doch wird der Kampf um knappe Güter menschenverachtend in immer neuen Dimensionen ausgetragen. Jean Ziegler, der seit Jahrzehnten Elend, Unterdrückung und Ungerechtigkeit anprangert, blickt zurück und befragt sich selbst, was er mit seiner wissenschaftlichen und politischen Arbeit bewirkt hat. Warum gelang es den Menschen in den westlichen Gesellschaften bisher nicht, ihre inneren Ketten abzuschütteln, die sie hindern, frei zu denken und zu handeln? Ziegler ruft dazu auf, die Welt zu verändern und zu einer sozialen Ordnung beizutragen, die nicht auf Beherrschung und Ausbeutung basiert. Seine Hoffnung richtet sich auf eine neue weltumspannende Zivilgesellschaft, die antritt, die Ursachen der kannibalischen Weltordnung zu bekämpfen.
08.05.2015
Wofür der braune Mob gebraucht wird
18. März Blockupy-Demo in Frankfurt: Brennende Autos und Gewalttaten
am Vormittag, friedliche bunte Proteste am Nachmittag. Ulrich Wilken,
Vizepräsident des hessischen Landtags und Anmelder dieser Protestdemo, sowie Horst
Schmitthenner, lange Mitglied im Vorstand der IG Metall, äußerten sich über die
Abläufe dieses Tages: „Der 18. März in Frankfurt, Tag der Blockade der neuen
Zentrale der EZB, sei ein wichtiger Tag des Protests gewesen, resümierte
Wilken. Mehr als 20.000 Menschen hätten gezeigt, dass es auch in Deutschland,
das den sozialen Kahlschlag in der EU maßgeblich vorantreibe, wachsenden
Widerstand gegen diese Politik gibt. Auch nach den Vorfällen am frühen Morgen
mit brennenden Polizeiautos und Barrikaden hätten sie sich nicht davon abhalten
lassen, nachmittags bunt, laut und gewaltfrei gegen das europäische Krisenregime,
Nationalismus und Rassismus zu demonstrieren. Daran, dass Bilder von
Ausschreitungen politisch gewollt waren, um die Bewegung zu diskreditieren,
schien … niemand Zweifel zu hegen. Alle beschäftigte eine Frage: Wo waren die
rund 10.000 bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, als morgens eine
verhältnismäßig kleine Gruppe von Randalierern Zerstörungen in der Stadt
anrichtete?
Horst Schmitthenner, lange Mitglied im Vorstand der IG
Metall, jetzt im Verbindungsbüro Soziale Bewegungen für die Gewerkschaft aktiv,
empörte sich, durch die Polizei seien am 18. März friedliche Demonstranten
behindert, jedoch Gewalttaten nicht verhindert worden. Ulrich Wilken, der in
den vergangenen Wochen im hessischen Landtag wiederholt aufgefordert worden
war, sein Amt als dessen Vizepräsident niederzulegen, weil er sich angeblich
von Gewalt »nicht hinreichend distanziert« habe, kündigte an, darüber werde
noch zu reden sein: »Da brennen in der Stadt Autos über Stunden, zeitgleich
verschanzen sich Polizisten hinter ihren Wasserwerfern an der EZB«. Gruppen,
die mit der Bewegung, deren Zielen und ihrem Konsens zur Gewaltfreiheit nichts
zu tun hätten, seien morgens durch die Stadt marodiert. Mit von der Partie
seien eine diffuse »Macht kaputt, was euch kaputt macht«-Truppe, Provokateure
der Polizei in Zivil und Neofaschisten gewesen, die ihr Kommen zuvor im
Internet angekündigt hatten. Es gebe Fotos von dem an Scheiben von Banken
aufgesprühten Slogan »Fuck Syriza« – wohl kaum ein Spruch von Linken.“
29.04.2015
„Der Feind ist unbekannt“
USA wollen weltweit Truppen stationieren. Das gesamte US-Konzept setzt darauf, schon vor dem möglichen
Ausbruch eines Konflikts weltweit mit Truppen präsent zu sein. Das bedeutet,
dass die USA ihre Truppen in die gesamte Welt entsenden und Waffen in
Verstecken und auf Stützpunkten lagern, um im Kriegsfall möglichst schnell
reagieren zu können … Die Eckpunkte der neuen Militär-Doktrin finden sich in
dem von der US-Armee erstellten Dokument „Win
in an Complex World 2020-2040“ findet. Das Grundkonzept geht von sich
ständig ändernden Variablen aus. „Der Feind ist unbekannt, die Geographie ist
unbekannt und die Koalitionen sind unbekannt“, heißt es in dem Dokument. Die
USA wollen im Zuge des 21. Jahrhunderts nur noch auf Verbündete auf Zeit
setzen. Jeder Freund kann zum Feind werden. Freunde und Feinde können
beliebig ausgewechselt werden. „Unterschiedliche Feinde werden traditionelle,
unkonventionelle und hybride Strategien umsetzen, um die nationale Sicherheit
und die Interessen der USA zu gefährden. Bedrohungen können von Nationen,
nicht-staatlichen Akteuren, transnationalen Terroristen, Aufständischen und
kriminellen Organisationen ausgehen“, heißt es in dem Dokument. Mehrere
Prinzipien seien für künftige militärische Erfolge zu berücksichtigen. Das
US-Militär müsse in den Sozialen Medien aktiv werden und die öffentliche
Darstellung von Konflikten kontrollieren. Das beinhaltet auch die Fähigkeit,
Hacker-Angriffen entgegenzuwirken. Der Verbreitung von
Massenvernichtungs-Waffen müsse vorgebeugt werden.Das Dokument stellt fest, dass bis zum Jahr 2030 die 60
Prozent der Weltbevölkerung in Millionen-Städten leben werden. Der „Feind“ habe
es deshalb auf Metropolen abgesehen.
Quelle und Bericht: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/04/29/der-feind-ist-unbekannt-usa-wollen-weltweit-truppen-stationieren
24.04.2015
"Wir müssen klar machen, dass wir bereit sind, in den Krieg zu ziehen"
» Die Europäische Volkspartei ist das größte Parteienbündnis
im Europäischen Parlament. In ihr haben sich die konservativen Parteien,
darunter CDU und CSU, zusammengeschlossen. Die EVP stellt mit Donald Tusk den
Ratspräsidenten sowie mit Jean-Claude Juncker den Präsidenten der Kommission.
Abgeordnete der EVP haben am Dienstag eine Anhörung
über den Stand der EU-Russland- Beziehungen veranstaltet und angesichts des
Konflikts mit Russland propagiert, dass es die beste Verteidigung sei, sich auf
den Krieg vorzubereiten ... Die EU wird aufgefordert, die Abhängigkeit von Russland zu
mindern, die Nato zu stärken, mehr für Verteidigung auszugeben, TTIP
voranzubringen, also das nun schon bekannte Programm des Sinns der
Konflikteskalation der interessierten Kreise im Westen, bei dem es vornehmlich
um militärische und wirtschaftliche Dominanz geht. Da in Russland ganz ähnliche
Machtinteressen im Spiel sind, greift dies gut ineinander, um sich
hochzuschaukeln … Wer selbst Propagandakriege führt, muss dem Gegner dies in
die Schuhe schieben, während man selbst die Wahrheit vertritt. Auch das
funktioniert bestens auf beiden Seiten, auf der westlichen Seite auch oft ohne
Dominanz von staatlich gelenkten Medien … Die atomare Aufrüstung sei zwar, so
räumte er ein, schwierig der Öffentlichkeit zu verkaufen, macht aber nichts,
als wahrhafte Demokraten kümmert man sich auch nicht um Volkes Meinung, sondern
sucht danach, wie man die eigenen Interessen dennoch durchsetzen kann … Die
Zeit sei vorbei, um mit Russland zu sprechen, jetzt sei die Zeit einer
"harten, realistischen Politik". «
Quelle und der ganze Bericht: www.heise.de/tp/artikel/44/44744/1.html
08.04.2015
Rechtsextremismus der Mitte
Islamfeindschaft, Abwertung von Asylbewerbern und
Antiziganismus - aktuelle Mitte-Studie der Universität Leipzig zur
rechtsextremen Einstellung.
Aus dem Bericht: » Wirtschaftlich geht es der deutschen Mitte gegenwärtig nicht schlecht. So spiegeln die politischen Einstellungen, welche die aktuelle Mitte-Studie der Universität Leipzig für das Jahr 2014 ermittelt hat, im Großen eine Gesellschaft wieder, die zu gut 90 Prozent Demokratie befürwortet … Die Deutschen identifizieren sich (…) seit Jahren viel stärker als andere Nationen mit ihrer Wirtschaft … Anstelle eines autoritären politischen Führers setzt die Wirtschaft die Vorgaben für das Handeln der Individuen. Und zwar mit einiger Gewalt, die im Markt spürbar ausgeübt wird: "Auf dem Markt muss sich der Einzelne behaupten oder er wird verworfen" … Da nun die Identifizierung mit der Wirtschaft "nicht restlos für die Unterwerfung entschädigt", entstehe Aggression, die, getrieben von einer "autoritären Dynamik", sich nicht an die wirtschaftlichen Vorgaben adressiert, da die Autorität der Wirtschaft zu mächtig ist, sondern gegen Schwache richtet, die sie nicht erfüllen … Dass dies nicht bloß am Theorie-Schreibtisch Gültigkeit hat, lässt sich in der Praxis überall dort studieren, wo freimütig über "faule Griechen, überhaupt faule Italiener, durch ihre Mentalität schon faule Südländer, faule Hartz-IV-Empfänger und schmarotzende Zuwanderer und Flüchtlinge" gesprochen wird. In sprachlichen Variationen verschafft sich die Mischung aus Aggression und Pauschal-Abwertung gegenüber suboptimalen Performern auch bei Leistungsträgern und bei gut bürgerlichen Elterngesprächen über schlechte Schüler Luft … So zeigte sich, dass die Zustimmung bei der "Dimension Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur" seit 2002 deutlich zurückgegangen ist, ebenso die Dimension "Chauvinismus" (die aber immerhin für Gesamtdeutschland bei 13,6 Prozent liegt), wie auch die Dimension "Ausländerfeindlichkeit (Gesamt aber bei beachtlichen 18 Prozent, in Ostdeutschland bei 22,4 Prozent). Sehr deutlich ist der Rückgang in der "Dimension Antisemitismus" (S.46), der im Westen von 13,8 Prozent im Jahr 2002 auf 5,2 Prozent 2014 zurückging. Im Osten von 4,8 auf 4,5 mit einem Spitzenausschlag 2012 von 10,4 Prozent. Und insgesamt von 9,3 % auf 5,1 %. Bei den Kategorien "Sozialdarwinismus" und "Verharmlosung des Nationalsozialismus" zeigen sich Schwankungen allerdings mit Werten im einstelligen, niedrigen Prozentbereich. Beim Zeitverlauf "manifest rechtsextremer Einstellungen" zeigen sich Spitzenwerte von 15,8 im Osten im Jahr 2012, aber abfallende Tendenz im letzten Jahr. Der Wert für den Osten ist auf 7,4 Prozent gesunken, was sich auch in der Gesamtkurve widerspiegelt. Deren Wert lag 2012 bei 9 Prozent und zuletzt bei 5,6. Im Westen des Landes liegt er bei 5,2 (zum Vergleich 7,3 bei der letzten Studie) … Bayern ((fällt)) bei manchen Einstellungen als Abweichler auf, negativ. Jeder Dritte (33,1 Prozent) hier teilt ausländerfeindliche Einstellungen, jeder Achte (12,6 Prozent) stimmt antisemitischen Aussagen zu. «
Aus dem Bericht: » Wirtschaftlich geht es der deutschen Mitte gegenwärtig nicht schlecht. So spiegeln die politischen Einstellungen, welche die aktuelle Mitte-Studie der Universität Leipzig für das Jahr 2014 ermittelt hat, im Großen eine Gesellschaft wieder, die zu gut 90 Prozent Demokratie befürwortet … Die Deutschen identifizieren sich (…) seit Jahren viel stärker als andere Nationen mit ihrer Wirtschaft … Anstelle eines autoritären politischen Führers setzt die Wirtschaft die Vorgaben für das Handeln der Individuen. Und zwar mit einiger Gewalt, die im Markt spürbar ausgeübt wird: "Auf dem Markt muss sich der Einzelne behaupten oder er wird verworfen" … Da nun die Identifizierung mit der Wirtschaft "nicht restlos für die Unterwerfung entschädigt", entstehe Aggression, die, getrieben von einer "autoritären Dynamik", sich nicht an die wirtschaftlichen Vorgaben adressiert, da die Autorität der Wirtschaft zu mächtig ist, sondern gegen Schwache richtet, die sie nicht erfüllen … Dass dies nicht bloß am Theorie-Schreibtisch Gültigkeit hat, lässt sich in der Praxis überall dort studieren, wo freimütig über "faule Griechen, überhaupt faule Italiener, durch ihre Mentalität schon faule Südländer, faule Hartz-IV-Empfänger und schmarotzende Zuwanderer und Flüchtlinge" gesprochen wird. In sprachlichen Variationen verschafft sich die Mischung aus Aggression und Pauschal-Abwertung gegenüber suboptimalen Performern auch bei Leistungsträgern und bei gut bürgerlichen Elterngesprächen über schlechte Schüler Luft … So zeigte sich, dass die Zustimmung bei der "Dimension Befürwortung einer rechtsautoritären Diktatur" seit 2002 deutlich zurückgegangen ist, ebenso die Dimension "Chauvinismus" (die aber immerhin für Gesamtdeutschland bei 13,6 Prozent liegt), wie auch die Dimension "Ausländerfeindlichkeit (Gesamt aber bei beachtlichen 18 Prozent, in Ostdeutschland bei 22,4 Prozent). Sehr deutlich ist der Rückgang in der "Dimension Antisemitismus" (S.46), der im Westen von 13,8 Prozent im Jahr 2002 auf 5,2 Prozent 2014 zurückging. Im Osten von 4,8 auf 4,5 mit einem Spitzenausschlag 2012 von 10,4 Prozent. Und insgesamt von 9,3 % auf 5,1 %. Bei den Kategorien "Sozialdarwinismus" und "Verharmlosung des Nationalsozialismus" zeigen sich Schwankungen allerdings mit Werten im einstelligen, niedrigen Prozentbereich. Beim Zeitverlauf "manifest rechtsextremer Einstellungen" zeigen sich Spitzenwerte von 15,8 im Osten im Jahr 2012, aber abfallende Tendenz im letzten Jahr. Der Wert für den Osten ist auf 7,4 Prozent gesunken, was sich auch in der Gesamtkurve widerspiegelt. Deren Wert lag 2012 bei 9 Prozent und zuletzt bei 5,6. Im Westen des Landes liegt er bei 5,2 (zum Vergleich 7,3 bei der letzten Studie) … Bayern ((fällt)) bei manchen Einstellungen als Abweichler auf, negativ. Jeder Dritte (33,1 Prozent) hier teilt ausländerfeindliche Einstellungen, jeder Achte (12,6 Prozent) stimmt antisemitischen Aussagen zu. «
Quelle und der Telepolis-Bericht: www.heise.de/tp/artikel/44/44594/1.html
31.03.2015
Keine Demokratie ohne Demokratisierung der Medien
» Dass den Medien in bürgerlichen
Demokratien auch und vor allem die Aufgabe der „Gedankenkontrolle“ der
Bürgerinnen und Bürger zukommt, hat Noam Chomsky, der meistzitierte
Intellektuelle der Welt, in etlichen Publikationen herausgearbeitet und belegt.
Diese Funktion der Medien wird – vor allem wohl aufgrund der Zunahme an Kriegen
und gesellschaftlicher Segregation – für immer größere Bevölkerungsteile
aktuell evident. Sie betiteln die Medien daher als „Lügenpresse“, legen
Programmbeschwerden ein und „basteln“ sich ihre Informationen mehr und mehr aus
den wenigen unabhängigen Medien und im Netz selbst zusammen. Wie aber ist es
nun um „unsere“ Medien bestellt? Lügen sie oder lügen sie nicht? Und welche
Rolle spielen die Journalisten hierbei? Zu diesen Fragen sprach Jens Wernicke
mit dem Journalisten und Medienkritiker Eckart Spoo, der hierzu einen klaren
Standpunkt vertritt. «
Quelle: www.nachdenkseiten.de/?p=25587
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